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Die Arbeiten: Visuelles
Erkennen und Bildschaffen
Modell eines idealen selbstlernenden Gehirns
Der Autor
Was ich über mich erzählen möchte:
Wenn jemand meine Arbeiten ließt, so fragt er sich vielleicht:
"Was treibt jemanden dazu, so etwas zu machen?"
Nun, die naheliegendste Antwort wäre: Ich wollte einen Magister
um meinen Beruf als AHS-Lehrer ausüben zu können. Allerdings
wäre ein Schriftstück, welches diesen Zweck erfüllt, einfacher
zu machen gewesen. Ich habe an meiner Arbeit über das Erkennen schon
vor Beginn meines PPP-Studiums (Philosophie Psychologie und Pädagogik)
zu schreiben begonnen. Die etwa 80 Grafiken haben etwa fünf mal so
viel Zeit gekostet, wie die 260 Seiten Text. Als ich dann für die
nahezu fertige Arbeit in Prof. Oeser einen Betreuer fand, meinte dieser:
"Warum schreiben sie nicht irgend eine neue Diplomarbeit und reichen dies
hier für einen Doktor ein?"
Der Grund warum ich das nicht tat, ist der, daß ich mich noch
nie zu "irgend" einer Arbeit aufraffen konnte. Meine Auseinandersetzung
mit dem Gehirn ist dem Drang entsprungen, mir eine Frage zu beantworten,
die bisher nicht beantwortbar war. Ich studierte noch Malerei als diese
Frage immer dringlicher wurde. Sie lautet: |
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Was ist Ästhetik und wozu braucht der Mensch ästhetisches
Empfindungsvermögen?
Ästhetik ist irrational. Der Mensch gibt den zehnfachen Preis für
ein schönes Trinkglas aus, wo er mit dem einfachen genauso seinen
Durst löschen kann. Er verträgt keine buckeligen Mauern, zerkratzten
Parkettböden, keine Flecken im Gewand, auch wenn dies der Funktionsfähigkeit
dieser Gegenstände keine Abbruch täte. Der Mensch betreibt er
einen großen Aufwand um all dies zu vermeiden. Er produziert Musik,
Verse, Tanz, Muster und Zierat, von dem er nicht satt wird. Mir schien
als würde unser ästhetisches Bedürfniss der gesamten Evolutionstheorie
widersprechen, die doch besagt, daß die tüchtigen "Funktionierer"
überleben.
Ich begann also philosophische Vorlesungen zu belegen. Irgendwo her
hat sich dann in mir die Vermutung eingestellt, daß Ästhetik
aus der Wahrnehmungsverarbeitung des Gehirns zu erklären sei. Ich
begann mich dahingehend weiterzubilden. Die triviale Feststellung, daß
ohne Wahrnehmung eigentlich keine Welt für uns existieren würde,
faszinierte mich. So kam es zu einer neuen dringlichen Frage:
Wie und wozu kommt die Welt in unser Denken?
Ich begann an einem Modell, einer Verschaltung zu basteln, die Objekterkennung
leisten sollte. Das war wie ein übermächtiges Schachspiel. Da
galt es eine Menge an Problemen zu lösen, und oft wurden komplizierte
Mechanismen durch ganz einfache abgelöst. Solche Erfolge geben mir
dann immer einen richtigen euphorischen Kick. In neurologischen Studien
fand ich immer wieder Bestätigung darin, daß im Gehirn die gleichen
Probleme wirklich gelöst werden, daß meine Modelle also stimmten.
Aber dahinter blieb die philosophische Frage offen, wieso wir überhaupt
eine innere Welt brauchen. Die Antwort war letztlich naheliegend. Wir nehmen
nicht nur die Welt in uns auf, sondern vor allem deren Regeln. Das verhilft
uns dazu, zukünftige Bedingungen (und sei es auch nur die Zukunft
der nächsten Sekunden) vorauszuahnen. Das ist absolut notwendig, um
sinnvoll Handeln zu können.
Und dann schließlich schlossen sich die gedanklichen Kreise. Es
zeigte sich, daß Voraussage nicht immer und überall möglich
ist, sondern nur dort, wo Wiederholung, Rhythmus und Regelmäßigkeiten
vorliegen. Es war naheliegend, daß das Gehirn eine innere Anweisung
haben muß, sich vorwiegend mit jenen Bereichen auseinanderzusetzen.
Außerdem braucht sich das System nicht mehr Dingen zu widmen, die
es all zu gut kennt. Und plötzlich war es klar: Diese Anweisung gibt
uns der ästhetische Trieb. Er lenkt unsere Aufmerksamkeit. Wir fürchten
das Chaos und empfinden andererseits als langweilig, was wir schon zu gut
verstanden haben. Doch zwischen diesen beiden Extremen liegt die Ästhetik.
Ohne Aufmerksamkeit gibt es keine Erkenntnis. Unser Aufmerksamkeit wird
schon als Säugling durch den ästhetischen Trieb gelenkt, ansonsten
würden wir uns damit begnügen regungslos an die weiße Wand
zu starren. Das Modell meiner Diplomarbeit über das Erkennen und Bildschaffen,
war das Modell einer fertigen Verschaltung des visuellen Systems. Nun begriff
ich, daß diese Verschaltung nicht genetisch mitgegeben, sondern ein
Teil des Erkenntnisgewinns ist, der durch den ästhetischen Trieb ausgelöst
wird. Dieser Gedanken liegt etwa fünf Jahre zurück. Meine Diplomarbeit
wurde dadurch nicht ungültig. Es ist gut eine Vorstellung einer ausgereiften
Verschaltung des Gehirns zu besitzen, um die Mechanismen zu erforschen,
die ein selbstlernendes System braucht, um sich zu einer ähnlichen
Verschaltung zu entwickeln. Inzwischen glaube ich diese Mechanismen in
konkret darstellen zu können. Ich kann einen komplexen Baustein beschreiben,
der millionenfach vorhanden und miteinander verbunden ein "leeres" Gehirn
ergibt. Meine Gedanken existieren in einer visuellen Form, Bleistiftgekritzel
von Verschaltungen, mit denen so wie sei derzeit sind niemand etwas anfangen
kann. Ich habe bereits begonnen die Grundlagen und das nötige Vorwissen
in einen Text zu fassen, aber zu einer befriedigenden
Fertigstellung der Arbeit fehlt mir etwa ein Jahr.
Jetzt bin ich das erste Jahr als Lehrer beschäftigt, habe kein Schulbuch
in bildnerischer Erziehung und fertige deshalb eine CD mit Bildern aus
der Kustgeschichte, Architektur, Mode, Design... usw. an. Da bleibt keine
Zeit und vor allem kein Hirn übrig für Anderes. Nichts ist unangenehmer
als unvorbreitet vor eine Schulklasse zu treten. Man kann diesen Job, zumindest
anfangs, nicht halb betreiben. Ich wurde aufs Land versetzt und der Kontakt
zu meinen Freunden aus Informatik, Philosophie und Psychologie reißt
nach und nach ab. Damit geht auch eine moralische Stütze verloren,
die durch E-mail Kontakte mit Wissenschaftlern aus aller Welt nicht ersetzt
werden kann. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß ich das Ergebnis
meiner zwei Studien nicht mehr ausführen konnte, als wäre ich
kurz vor dem Ziel gestürzt. Die Gesellschaft sieht das anders. Für
sie ist mein Job als BE- und PPP-Lehrer das Ergebnis.
Ich habe aber während meiner Studien über 8 Jahre hindurch
zwei Drittel meiner Arbeitszeit der Frage nach dem Erkenntnisgewinn im
Gehirn gewidmet. Ich kenne keinen Wissenschaftler, der sich über ein
derartig umfangreiches Thema, wie die Darstellung des gesamten visuellen
Systems es ist, wagen würde. Ich habe bewiesen, daß ich eine
derartig umfangreiche Arbeit bewältige. Nun biete ich an, ein idealisiertes
Modell eines selbstlernenden erkenntnisgewinnenden Systems zu verfassen.
Ich kenne derartige Ansätze aus der Wissenschaft. Ich halte sie für
zu uneffektiv, möchte zeigen, daß ein vielfaches dessen möglich
ist, als derzeit gemacht wird. Doch die Vergabe von Stipendien orientiert
sich nicht an der Fähigkeit zur Eigeninitiative eines Menschen, oder
an dem, was er als seine Berufung betrachtet. Da fragt man mich nach dem
Alter (32) und danach, wie lange mein Studium zurückliegt (1 Jahr,
wenn man das Probejahr als Lehrer zum Studium zählt), ob ich einen
Doktor habe usw. Gehirnforschung wie ich sie betreibe ist nicht Informatik
und auch nicht Psychologie, Medizin, Philosophie oder Biologie. Von Kognitionswissenschaft
haben die österreichischen Universität noch wenig gehört.
Also gibt´s kein Stipendium. Ich werde versuchen nach Deutschland
zu gehen.
Vielleicht landet einmal jemand auf dieser WWW-Seite, der mir einen
Tip gibt, wie ich weitermachen könnte.
Adresse:
Aberseestraße 8, 4350 St. Gilgen, AUSTRIA
E-mail: m.gotthalmseder@eduhi.at
Lebenslauf:
Manfred Gotthalmseder, geboren am 5. 1. 1968 in Salzburg.
Kindheit in St. Gilgen am Wolfgangsee. Höhere Schulbildung in
Wien.
1994 Abschluß des Studiums für Malerei bei Prof. Hutter
in Wien.
1998 Diplom (phil.) an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen
Fakultät der Universität Wien, bei Prof. E. Oeser am Institut
für Wissenschaftstheorie.
Derzeit als AHS Lehrer in den Fächern Bildnerische Erziehung und
P.P.P. in Bad Ischl tätig.
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