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Visuelles Erkennen und Bildschaffen

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  1. So versucht er zum Beispiel Locke und Hume rein logisch zu widerlegen (Kant 1781, S. 133).
  2. Das Prinzip nach dem neue Erkenntnis in die Welt kommt ist möglicherweise Teil eines noch umfassenderen Prinzips, das überall dort vorherrscht, wo Neues in die Welt kommt (vergl. Binnig 1989, S.15).
  3. Der Schlangenbeschwörer sitzt ruhig vor dem Korb und bleibt für die Schlange unsichtbar, während sie die bewegte Flöte als Beute erkennt. Sie muß aber warten, bis die Beute nahe genug herankommt. (Nicht nur, weil sie nicht schnell genug wäre, sie zu verfolgen, sondern weil sie bei schneller Eigenbewegung nichts mehr sieht.) So verharrt sie in Angriffsposition, ohne über einen Zeitbegriff und das nötige Erinnerungsvermögen zu verfügen, um zu erkennen, daß sie schon stundenlang so gereizt wird.
  4. Als "Top down" werden Prozesse bezeichnet, die von höheren Funktionen des Denkens, wie Erwartungen und Vorstellungen, ausgehen und die Verarbeitung auf niedrigen Stufen bis hin zur Netzhaut beeinflussen.
  5. Schon beim Definieren können wir entweder auf die Oberbegriffe verweisen (z.B. ein Hund ist ein Säugetier) oder Unterbegriffe auflisten (z.B. Hunde sind Dackel, Bernardiner, Boxer usw.).
  6. Was bedeutet "absolut" in dieser Hinsicht überhaupt? Muß eine absolute Ordnung nicht in jeder Richtung identisch mit sich selbst sein? Ein Computerprogramm, das dieser Forderung in Raum und Zeit Folge zu leisten versucht, würde am Monitor nicht einfach ein regelmäßiges Gitternetz aus Bildpunkten produzieren, denn diese Ordnung wäre nicht in jeder Richtung identisch. Aber auch eine Streuung mit ihren Unregelmäßigkeiten kommt für die absolute Ordnung nicht in Frage. Nur Schwarz oder Weiß stellen eine Lösung dar, doch zu dieser kommt es nicht, wenn beide Seiten gleich mächtig sind, also sowohl Ordnung als auch Zufall nach ihrer Verwirklichung streben. Das Ergebnis ist ein Prozeß. Und wie wäre demgegenüber absoluter Zufall vorstellbar? Müßte zu seiner Verwirklichung nicht auch die Dichte der Streuung in Raum und Zeit variieren? Führt diese Forderung nicht zum gleichen Prozeß? Ist sie mit obiger identisch, oder so gegensätzlich wie das Schwarz und Weiß der Punkte am Computermonitor? Da das Universum sowohl Ordnung als auch Unordnung kennt, ist es wohl der eben erdachte Prozeß, der die Evolution ausmacht.
  7. Nehmen wir zum Beispiel an, es soll der weitere Bestand der Nashörner in Afrika vorhergesagt werden, so richten die einen ihr Augenmerk nur auf die Untersysteme und sagen voraus mit welchen Mitteln sich die Nashörner an die Umwelt weiter anpassen werden, die anderen hingegen betrachten lediglich die Veränderungen des Obersystems "Umwelt", als deren Teil die Nashörner ihren Zweck erfüllen, oder eben zunehmend verlieren. Sie prophezeien ihnen dementsprechend eine andere Zukunft. Beide haben Unrecht.
  8. Es wurden verschiedene Versuche zur Arbeitsweise und Funktion des Ultrakurzzeitgedächtnisses angestellt (Benesch 1996, S. 129). Tauscht man zum Beispiel hinter einer Verdeckung den eben wahrgenommenen roten gegen einen blauen Bleistift und führt diesen allmählich in die Mitte des Blickfeldes zurück, so bleibt er immer noch rot. Erst nach einer gewissen Zeit bricht der Roteindruck plötzlich zusammen und das Blau taucht auf.
  9. Würde unser Auge für jede Wellenlänge über eigene Rezeptoren verfügen, so würde z.B. ein gemischtes Grün immer anders aussehen als ein Grün, welches nur aus Licht einer Wellenlänge zusammengesetzt ist.
  10. Bei der Farbenmischung am Papier durchdringt das Licht die lasierenden Farbschichten zweimal, nämlich bevor und nachdem es vom Papier reflektiert wird.
  11. Praktisch zeigt sich, daß weißes Licht auf die Gelb/Blau-Gegenfarbenzelle ein wenig wie Gelb wirkt. Deshalb ist unser Unterscheidungsvermögen zwischen Weiß und Gelb nicht so gut wie z.B. zwischen Weiß und Rot.
  12. Ich habe zu diesem Phänomen eigene Versuche mit einem Spiegelstereoskop angestellt und bin bei einer Bildentfernung von 30 cm auf eine mögliche perspektivische Darstellungstiefe von 4 cm vor und hinter der Bildebene gekommen (=8 cm Verarbeitungstiefe insgesamt). Alles darüber und darunter wird doppelt gesehen. Bei einem Abstand der Augen zueinander von 57 mm und einer geschätzten Brennweite (Augapfeldurchmesser) von 25 mm komme ich mit Hilfe einer grafischen Darstellung (ähnlich der von Abb. 13) zu einer maximal möglichen seitlichen Disparität zwischen den beiden Augen von 0,6 mm auf den Netzhäuten. Dieses, durch subjektive Erfahrung gewonnene Maß entspricht genau dem Maß, das Hubel (1989, S.152) durch neurophysiologische Untersuchungen der rezeptiven Felder von Zellen im visuellen Kortex erhalten hat. Aus der Beschaffenheit der Tiefenverarbeitungszellen ergibt sich, wie wir 3D-Bilder erleben, und umgekehrt verweist die Messung unserer Fähigkeiten auf die Beschaffenheit der Tiefenrezeptoren.
  13. Zu diesem Thema gehört natürlich auch das bekannte Bild von R. C. James, das nur aus schwarzen Flecken besteht und einen Dalmatiner im Laub zeigt (Goldstein 1997, S. 171).
  14. Das Modell hat momentan noch den Haken, daß der Vordergrund noch nicht vom Hintergrund getrennt ist. Eine diesbezügliche Verbesserung des Modells wird in Kapitel 4 behandelt.
  15. Genaugenommen arbeitet das Gehirn nicht mit Signalstärken, sondern vermittelt Mengenunterschiede durch Verwedung verschiedener Dichte von Impulsen. Ich werde jedoch bei der Vorstellung verschieden starker Signale bleiben, weil das Modell so leichter zu verstehen ist.
  16. Die Signale können zum Beispiel verschiedene Frequenzen erhalten, von denen jede für einen bestimmten Platz im Gesichtsfeld steht. Genaugenommen sind mindestens zwei Frequenzen nötig; eine beschreibt den Platz des jeweiligen Punktes auf der Y- Achse, die andere steht für die X- Achse.
  17. Es ist auch ein anderes Modell denkbar, bei dem der Signalfluß nur an Innenwinkeln startet, und sich so lange ausbreitet, bis irgend ein Konturwinkel erreicht wird. Zu diesem wird dann eine Verbindungslinie erstellt.
  18. Selfe, L. (1982): Normal and anomalous representational drawing ability in children. London
  19. Köhler ging es damals um die Frage, inwieweit Sprache willkürlich gesetzt ist.
  20. Es handelt sich bei diesem Versuch nicht um eine gewöhnliche Konditionierung zweiter Ordnung, wie sie auch in Zimbardo 1995 zu finden ist, denn diese würde zuerst die Futter/Glocke Verbindung herstellen.
  21. Anderson widmet fast 70 Seiten verschiedenen Studien zu Sprachverständnis und Spracherwerb. Nirgends wird erwähnt, daß eine Verknüpfung zu nonverbalen Begriffen (Gestaltbegriffe) notwendig ist. Meines Erachtens ist diese Theorie ist unter Sprachtheoretikern verpönt, weil diese nicht über genügend wahrnehmungstheoretsiches Wissen verfügen, um die Entstehung der Gestaltbegriffe zu erklären, und man beruft sich nicht gerne auf etwas, das man nicht erklären kann.
  22. Die meiste Zeit sollte der Lernende nicht mit Einlesen und Wiederholen von Stoff verbringen, sondern mit möglichst kreativer Umstrukturierung von Inhalten. So können zum Beispiel die Anfangssilben der Schlüsselbegriffe eines Lerntextes zu Wörtern oder einem unsinnigen Satz verbunden werden. Dann braucht statt eines Textes nurmehr ein Satz reproduziert zu werden, dessen Silben Textinhalte in Erinnerung rufen.
  23. Edelman nimmt an, daß dies für jeden Erkenntnisprozeß gilt (Edelman 1993). Demgegenüber denke ich denke, daß nur das Verhaltenslernen der Mutation bedarf.
  24. In einem speziell für Stirnhirngeschädigte entwickelten Test stellte Damasio seine Versuchspersonen vor eine Spielsituation. Sie sollten Karten von drei Stapeln ziehen, wobei sie je nach Stapel verschieden hohe Gewinne oder Verluste an Spielgeld erhalten konnten. Was die Vp nicht wußten war, daß der Stapel, der die hohen Gewinne versprach insgesamt überdurchschnittlich hohe Verluste einbrachte, so daß Spieler, die bevorzugt Karten von dort zogen, auf lange Sicht verloren. Der Stapel mit den geringen Gewinnen war hingegen auf lange Sicht lukrativer. Normalerweise erkannten dies die Vp bald, und fixierten ihr Interesse auf letzteren Stapel. Nicht so Stirnhirngeschädigte. Sie lernten nichts aus vergangenen Verlusten, und blieben bei dem Stapel, der sofortige hohe Gewinne versprach. Rein verbal äußerten sie sehr bald die Vermutung, daß der Stapel schlecht wäre. Dem Reiz des sofortigen Gewinns konnten sie sich jedoch nicht entziehen, weil die fernere Zukunft keinen Reiz in ihnen ausübt, der ersterem entgegentreten könnte.
  25. Diese Wachs-Metapher stammt ursprünglich von Platon, der sie aber wieder verwarf.
  26. Sprachverständnis bedarf einer inneren Repräsentation der Welt und ihrer Gesetze, wie sie ein erkenntnisgewinnendes System erwirbt. Niemand wird je in der Lage sein, die Vielfalt der assoziativen Verknüpfungen zwischen Begriffen zu programmieren. Der Automat muß sie schon selbst erwerben. Wie wenig ein Programm Sprache zu verstehen vermag, dem assoziative Verbindungen händisch eingegeben wurden, zeigt sich an den modernsten Übersetzungsprogrammen. Als man einem solchen Programm den Satz "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach" eingab, und auf russisch und zurück übersetzen ließ, soll folgender Satz erschienen sein: "Der Wodga ist gut, aber das Fleisch ist verdorben". Das Programm nahm an, die Aussage betreffe Lebensmittel. Dementsprechend wurden für die Übersetzung allgemeinere oder ortsüblichere Begriffe aus dem Lebensmittelbereich gewählt.

 

  
Ökologische Rolle von Pilzen
von Bayerische Akademie der Wissenschaften
Siehe auch:
Pilze: Eine unterhaltsame Einführung in die Myk...
Ökologische Rolle der Flechten
Epiphytische Flechten als Umweltgütezeiger: -...
Lichen Biology
Anbau
von Speisepilzen: Kulturverfahre...
 
   
 
     

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